Großer Josef Krainer-Preis

  • Prof. Mag. Erwin WURM (Kunst)

Josef Krainer-Würdigungspreis

  • Priv.-Doz. Mag. Dr. Elke HEINRICH-PENDL (Rechtswissenschaften)
  • Assoz. Prof. Mag. Dr. Martin HOLLER (Mathematik)
  • Priv.-Doz. Nicole Gabriele SOMMER-JAMMERNEGG, MSc., PhD. (Medizinische Wissenschaften)
  • Assoc. Prof. Dipl.-Ing. Dr. Vanja SUBOTIĆ (Maschinenbau)

Josef Krainer-Förderungspreis

  • Dr. Thomas Georg BONÉ, MSc. (Physik)
  • Ines FÖSSL, MSc., PhD. (Humanmedizin)
  • Mag. Agnes GMOSER, MA., PhD. (Fachdidaktik -Katholische Religion)
  • Dipl.-Ing. Dr. Manuel HAUKE (Technische Mathematik)
  • Melanie KIENZL, MSc., PhD. (Molekulare Medizin)
  • Dr. Isabella POTOTSCHNIG, MSc. (Biochemie)
  • Dipl.-Ing. Dr. Eva REITBAUER (Geodäsie)
  • Rivka SALTIEL, MA., PhD. (Humangeographie)
  • Dipl.-Ing. Dr. Marcel SORGER (Montanmaschinenbau)
  • Mag. Dr. Lily ZECHNER (Rechtswissenschaften)

Die Krainer-Preisträgerinnen und Preisträger mit Landeshauptmann Christopher Drexler und Obmann Gerald Schöpfer
© Foto:  LandSteiermark/Fischer

Ansprache des Obmannes LAbg. oUniv.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer

 

Den Reigen der Josef-Krainer-Förderpreise beginnen wir mit Dr. Thomas Georg Boné.

Friedrich Dürrenmatt formuliert in seinem Werk „Die Physiker“: Der Inhalt der Physik geht die Physiker an, die Auswirkung alle Menschen. Und er hat recht: Dr. Boné ist ein großartiger Physiker, dessen Ziele in der Grundlagenforschung wohldefinierte Oberflächenmodellsysteme im Hochvakuum und die Kenntnis von morphologischen und elektronischen Eigenschaften von Materialien auf atomarer bzw. molekularer Ebene sind. Das klingt sehr abstrakt – doch aktuell liegt sein Fokus auf der Medizinischen Physik, insbesondere in der Strahlentherapie und Radioonkologie. Er setzt auf innovative Technologien zur gezielten Bestrahlung von Tumoren, um Krebszellen zu zerstören, und er strebt nach Optimierung der Krebstherapie durch präzise Strahlenanwendung. Um dies umzusetzen ist unser Preisträger neben seiner wissenschaftlichen Karriere auch als Medizinphysiker am LKH-Universitäts-Klinikum Graz tätig.

Seine Doktorarbeit verfasste er am Institut für Physik der Karl-Franzens-Universität Graz. Doch das Doktorat ist noch nicht das Ende seines akademischen Werdegangs. Er ist derzeit im postgradualen Universitätslehrgang „Medizinische Physik“ an der Medizinischen Universität Wien.

Er leistet nicht nur exzellente Forschungsarbeit, sondern gibt sein Wissen an viele Studierende weiter. Mit seinen Forschungen trägt er wesentlich zur Lebensqualität von erkrankten Menschen bei. Mit dem Josef-Krainer-Förderpreis, wollen wir zu weiteren erfolgreichen Forschungen animieren.

Ines Fößl

Ines Fößl arbeitet als Post-Doc sowohl an der Abteilung für Endokrinologie und Diabetologie als auch bei COREMED, das ist das Zentrum für Regenerative Medizin und Präzisionsmedizin der größten steirischen außeruniversitären Forschungsanstalt Joanneum Research. Auf ihr Masterstudium der molekularen Mikrobiologie an der Karl-Franzens- Universität Graz folgte das PhD-Studium an der Medizin-Universität Graz. Daneben absolvierte sie Fellowships und Auslandsaufenthalte in Berlin und Rotterdam und war bereits als Managerin für Wissenschaftskommunikation beim Biotechnologieunternehmen AMGEN. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen u.a. auf den Gebieten Knochenmetabolismus, altersbedingte Stoffwechselveränderungen, Imaging, sowie Biomarker. Ihr primäres Ziel ist es, die biologischen Mechanismen von Erkrankungen zu erforschen. Das hier erlangte Wissen trägt dazu bei, Fortschritte bei der Behandlung von schweren Krankheiten zu entwickeln.

Nun setzt sie sich am Joanneum Research mit Regenerationsvorgängen der Haut, beispielsweise nach Verbrennungen, auseinander.

Ines Foessl ist auch in nationalen und internationalen Gesellschaften aktiv und ist Gründungsmitglied der MuSkITYR, einer Gesellschaft von muskuloskelettalen interdisziplinären translationalen jungen Wissenschaftlern. Als Ausgleich zur Wissenschaft verbringt sie ihre Freizeit beim Wandern, mit ihrer Familie, im Ballettsaal oder mit ihren Patenkindern. Für ihr großartiges und vielversprechendes Wirken dürfen wir als weiteren Ansporn den Josef-Krainer-Förderpreis überreichen.

Mag. Agnes Gmoser

Bei „Nathan der Weise“ heißt es: „Religionen sind wie Kinder eines gemeinsamen Vaters“. Dennoch werden Religionszugehörigkeiten nur zu oft gegeneinander ausgespielt.

Auch in unserer pluralistischen Gesellschaft gibt es viele religiöse Vorurteile, die oft von Kindern und Jugendlichen unkritisch verinnerlicht werden.

Damit kommen wir zu Agnes Gmoser, die erforschte, wie Schüler über andere Religionen denken. Und sie entwickelte Optionen, wie man Vorurteile abbauen könnte.

Agnes Gmoser ist Religionspädagogin und Katechetin. Sie war Assistentin am Institut für Praktische Theologie an der Universität Wien und hat nun an das Institut für Katechetik und Religionspädagogik der Universität Graz gewechselt. Ihr ist der interreligiöse Dialog eine besondere Herzensangelegenheit.

Bereits seit 2017 arbeitet sie für das FWF-Projekt „Christlich-Islamischer Religionsunterricht im Teamteaching“ sowie dem Projekt „Integration durch interreligiöse Bildung“.

Sie arbeitet auch als Lehrerin im BRG Petersgasse in Graz.

Ihr Doktoratsstudium wurde mit der herausragenden Dissertation „Religionsbezogene Vor- und Einstellungen als Lernvoraussetzungen für (inter-)religiöse Bildungsprozesse“ abgeschlossen, dafür hielt sie den Forschungspreis des Österreichischen Integrationsfonds. Auch im Masterstudium in Angewandter Ethik bot sie exzellente Leistungen.

Neben der Forschung ist Agnes Gmoser auch Referentin im steirischen Jugendrotkreuz und in verschiedenen Bildungs-Projekten. Privat sucht sie einen Ausgleich zum kopflastigen Beruf: Sie experimentiert mit neuen Rezepten für prachtvolle Hochzeitstorten und als Andenken an ihre Ausbildung in der HTL Mödling in Innenraumgestaltung und Möbelbau stellt sie auch Holzschmuck her. Nach wie vor ist sie fasziniert von Holz und erfreut sich am Geruch und an den Maserungen von Holz. Nun wird sie sich am Josef-Krainer-Preis erfreuen.

Dipl.-Ing. Dr. techn. Manuel Hauke

Galileo Galilei meinte: Mathematik ist das Alphabet, mit dessen Hilfe Gott das Universum beschrieben hat.

Leider sind die meisten von uns diesbezüglich Analphabeten, ja nach neuesten Statistiken sollen bei uns von drei Leuten vier nicht rechnen können.

Nun kommen wir aber zu einem Preisträger, der die Höhere Mathematik virtuos beherrscht. Manuel Hauke stammt aus Spittal an der Drau. Sein Schwerpunkt ist die Zahlentheorie. Sein Studium führte ihn an die Technische Universität und die Karl-Franzens-Universität in Graz, wo er den Bachelor und Master in Mathematik erwarb. Er setzte seine akademische Reise mit dem Doktorat der technischen Wissenschaften fort.

Manuel Hauke zeigt eine breite Palette von Fähigkeiten. Er leistete Zivildienst als Rettungssanitäter des Roten Kreuzes.

Dann sammelte er Erfahrungen als Software-Entwickler für PULSAR Solutions in Bonn, sowie in der Software-Entwicklung für Infineon in Graz. Parallel dazu war er studentischer Mitarbeiter an der TU Graz.

Dann arbeitete Manuel Hauke als Postdoc am Institut für Analysis und Zahlentheorie an der TU. Später führte ihn sein Weg an die University of York in Großbritannien. Die internationalen Gutachter bestätigen voll Begeisterung, dass ihm am Sektor der sogenannten Pseudo-Zufallszahlen und der Diophantischen Approximation zukunftsweisende neue Erkenntnisse gelungen sind. Die sehr abstrakt klingenden Forschungen haben aber auch einen Wert für die Wirtschaftswelt, man denke an den Finanzsektor oder das Versicherungswesen. Ab August 2024 wird Manuel Hauke als Universitäts-Assistent mit Doktorat an der NTNU Trondheim in Norwegen tätig sein. Daneben engagiert sich Manuel Hauke als begeisterter Universal-Sportler. Ferne liebt er Brettspiele, Pubquizzes, das Kochen und das Kennenlernen neuer Kulturen durch Reisen. Der Josef-Krainer-Förderpreis soll ihn dabei begleiten.

Melanie Kienzl

Melanie Kienzl ist eine herausragende Forscherin.

Derzeit arbeitet sie als Postdoktorandin am Medizinischen Universitätsklinikum Graz, Otto- Loewi Forschungszentrum, Abteilung für Pharmakologie, unter der Leitung von Dr. Rudolf Schicho. Ihr Fokus liegt auf der Regulierung von Immunzellen im Tumor-Mikroumfeld.

Zu den absolvierten Ausbildungen zählen der Bachelor und der Master in Molekularer Mikrobiologie von der Technischen Universität Graz.

Melanie Kienzl war auch Forschungsassistentin am EB-Haus in Salzburg. Das ist unter anderem eine Spezialklinik für „Schmetterlingskinder“. Sie setzte dann ihr Doktoratsstudium in Immunonkologie in Graz fort.

Sie absolvierte auch Forschungspraktika in München und an der Mayo Clinic Arizona. Unter anderem war sie auch Stipendiatin des Marshall-Plans.

Ihre Forschungen sind in einer bedeutenden Publikationsliste dokumentiert.

Zusätzlich zu ihren Forschungen hat Melanie Kienzl ihr berufliches Netzwerk erweitert, sie ist assoziiertes Mitglied von BioTechMed-Graz und ist in zahlreichen auch internationalen Forschungsgesellschaften überaus aktiv.

Das Gebiet Immunonkologie ist recht neue Behandlungsmöglichkeit und Hoffnungsträger in der Krebsmedizin. Sie zielt darauf ab, das körpereigene Immunsystem zur Abwehr von Tumoren zu nutzen. Es soll in die Lage versetzt werden, Krebszellen zu erkennen und aktiv zu bekämpfen. Wir wollen zu den künftigen Forschungstätigkeiten alles Gute wünschen. Der Josef-Krainer-Förderpreis soll dazu eine Ermutigung sein.

Dr. rer. nat. Isabella Pototschnig

Dr. Isabella Pototschnig forscht auf dem Gebiet der Molekularbiologie und Biochemie. Die aus Bruck stammende Preisträgerin absolvierte an der Karl-Franzens-Universität und der Technischen Universität Graz ihre Bachelor- und Masterstudien in Molekularbiologie, Biochemie und molekulare Biomedizin.

Ihre wissenschaftliche Karriere startete schon im Bachelorstudium, wo sie sich intensiv mit dem Thema „Malaria und die Wechselwirkungen mit Sichelzellenanämie“ auseinandersetzte. Dabei vertiefte sie ihre Kenntnisse im Bereich des Fettstoffwechsels.

Isabella Pototschnig setzte mit einer herausragenden Dissertation fort. Ihr Doktoratsstudium an der Karl-Franzens-Universität befasste sich mit den Mechanismen, die der durch Fibrosarkom verursachten Kachexie zugrunde liegen.

Daneben engagierte sich Isabella Pototschnig in verschiedenen beruflichen Tätigkeiten. Als Universitätsassistentin setzte sie ihre Forschungen fort und untersucht die Unterschiede in der Kommunikation zwischen cachexigenen und nicht-cachexigenen Tumoren.

Pototschnig ist nicht nur herausragende Wissenschaftlerin, sondern auch engagierte Lehrende. Privat ist Isabella Pototschnig in einer Partnerschaft und Mutter des kleinen Lorenz, der im vergangenen Jahr zur Welt kam.

Sie schätzt die Natur, betreibt Sport und genießt gemeinsame Koch- und Reiseerlebnisse mit ihrem Partner. Derzeit befindet sie sich in Elternkarenz und plant, ihre wissenschaftliche Arbeit noch heuer wieder aufzunehmen, um Familie und Forschung optimal zu vereinen.

Wir gratulieren zum verdienten Josef-Krainer-Förderpreis.

Ass.Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Eva Reitbauer

Unsere Preisträgerin maturierte am Grazer Gibs, absolvierte ihr Bachelorstudium in Geomatik an der Technischen Universität Graz und erlangte hier auch den Mastertitel.

Dann verfasste Frau Reitbauer im Doktoratsstudium die ausgezeichnete Dissertation „Multi- Sensor Positioning for the Automatic Steering of Tracked Agricultural Vehicles“.

Als Universitätsassistentin am Grazer Institut für Geodäsie sammelte sie umfangreiche Lehrerfahrungen. Sie wirkte auch an der Umsetzung von Drittmittelprojekten mit, etwa im Bereich integrierter Navigation und Multi-Sensor-Systemen.

Sie ist nun als Assistenzprofessorin tätig. Zusätzlich engagiert sich Frau Reitbauer als Dozentin am Universitätssportinstitut, wo sie das „Lauftraining für Anfänger“ leitet. Die herausragenden Leistungen wurden schon durch viele Preise gewürdigt.

Ihre Publikationstätigkeit ist sehr umfangreich. Doch es gibt auch Umsetzungen in der Praxis: Ein Beispiel ist die gewerbliche Kompostierung. Unsere Preisträgerin wirkte an der Entwicklung eines mit Satellitennavigationssystem ausgerüsteten autonomen Kompostwenders mit, der nun die einst von Menschen verrichtete harte und geruchsintensive Arbeit ausführt So können Bioabfälle nachhaltiger recycelt werden.

Ihre Hobbys umfassen Ausdauersportarten wie Laufen und Schwimmen. Zusätzlich setzt sich Frau Reitbauer ehrenamtlich ein. Sie fungierte als Guide Runner für Prof. Franz Griesbacher, einen blinden Athleten beim Steirischen Behindertensportverein. Des Weiteren engagierte sie sich im European Youth Parliament Austria als Vorstandsmitglied und Projektleiterin. Nun dürfen wir der vielseitigen Forscherin den Josef-Krainer-Förderpreis überreichen.

Rivka Saltiel

Unsere Preisträgerin ist Stadtforscherin, aber auch Musikerin. Sie studierte Europäische Ethnologie und Kulturanthropologie an der Karl-Franzens-Universität Graz, der Universität Sorbonne-Paris und der Uni Wien. Dann folgte ein Erasmus Mundus Master in Urban Studies (in Brüssel, Kopenhagen, Wien und Madrid). Heute ist sie Universitätsassistentin am Institut für Geographie und Raumforschung an der Uni Graz.

Aber seit 2 Jahrzehnten steht Rivka Saltiel auch als Sängerin auf Theater- und Opernbühnen. Seit 2010 arrangiert sie Sephardische Musik und interpretiert sie live im In- und Ausland.

In ihrem Dissertationsprojekt ‘Space for everyone. Utopia or emancipatory political project?’ beschäftigt Saltiel sich mit Raumkonzepten in Stadtentwicklungsprozessen, die einen offenen Raum ‚für alle‘ anstreben und fragt, welche Potentiale diese Räume für den sozialen Zusammenhalt der Nachbarschaft eröffnen.

Weiters engagiert sich Rivka Saltiel als Kuratorin der Programmsparte „Stadt & Raum“ im Forum Stadtpark Graz.

Als Vorstandsmitglied des Vereins für Gedenkkultur Graz leitete sie unter anderem das Projekt „Stolpersteine“ zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus.

Ihre herausragenden Leistungen spiegeln sich nicht nur in ihrer akademischen Arbeit, sondern auch in zahlreichen Publikationen wider.

Ihre beeindruckende Karriere hat nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch in der Gedenkkultur und künstlerischen Sphäre einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sie versteht es großartig, Wissenschaft‚ Kunst und gesellschaftliches Engagement in ihrem Wirken zu vereinen.

Wir dürfen nun den Josef-Krainer-Förderpreis überreichen.

Dipl.-Ing. Dr. mont Marcel Sorger, BSc

Unser Preisträger ist eine herausragende Persönlichkeit im Bereich Ingenieurwissenschaften und Digitalisierung. Nach Absolvierung der HTL Kapfenberg erwarb er den Bachelor in Maschinenbau an der Montanuniversität Leoben.

Dann erwarb er den Master in Maschinenbau. Schließich promovierte er in Leoben, wobei er sich auf digitale Transformation in der Fertigung spezialisierte, insbesondere auf die Bereiche cyber-physische Systeme, Netzwerke und maschinelles Lernen. Marcel Sorger ist ein herausragender Forscher, aber auch ein engagierter Unternehmer. Er gründete die IQuMa (=Intelligent Quality Manufacturing) GmbH, ein Green-Tech-Startup, mit der Mission, kleinen und mittelständischen Unternehmen im komplexen Umfeld der Schwerindustrie zu helfen, wettbewerbsfähig zu bleiben.

Marcel Sorger hat auch sonst wertvolle Erfahrungen gesammelt. Er war Design Engineer bei voestalpine Böhler Edelstahl GmbH. Dass er aber auch Rettungssanitäter beim Österreichischen Roten Kreuz war, zeigt von seiner Vielseitigkeit und seinem großen sozialen Engagement. Er war auch Mitglied des Public Relations Office der Österreichischen Hochschülerschaft..

Sein Beitrag als Mitglied des think tanks „processes“ bei shiftTanks und im Curriculum Committee für Maschinenbau an der Montanuniversität Leoben zeugen von seinem Interesse an der akademischen Weiterentwicklung.

Er erbrachte hervorragende Beiträge zur Forschung und Innovation. Das ist schon einen Josef- Krainer-Förderpreis wert.

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Der Heilige Thomas von Aquin meinte: Steuern sind ein erlaubter Fall von Raub.“

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass die meisten Staaten ein Raubtier als Wappenschmuck tragen, wie z.B den Raubvogel Adler, der das österreichische Wappen ziert..

Aber das Steuernzahlen ist nicht nur schmerzhaft, sondern meist auch kompliziert: So sagte Albert Einstein: Um eine Einkommensteuererklärung abgeben zu können, muss man Philosoph sein. Es ist zu schwierig für einen Mathematiker.“

Mit diesen schwierigen Fragen befasst sich unsere nächste Preisträgerin: Mag. Dr. iur. Lily Zechner. Lily T. Zechner ist derzeit Referentin in der Sektion IV der Abteilung für Abgabenverfahrens- & Exekutionsrecht im Bundesministerium für Finanzen. Ihre Aufgaben umfassen die Abstimmung mit anderen Fachabteilungen und die Beantwortung juristischer Anfragen von Behörden und dem Parlament.

Ihre akademische Laufbahn begann Lily T. Zechner als Universitätsassistentin am Grazer Institut für Finanzrecht. Ihre Schwerpunkte lagen im Umsatzsteuerrecht sowie der Glücksspielabgabe. Ferner behandelte sie die verfassungsrechtlichen Grundlagen der Besteuerung unter Berücksichtigung neuer Technologien, Internetplattformen, digitalen Transaktionen und Kryptowährungen.

Sie war Gastforscherin an der University of California, Berkeley und an der Indiana University in Bloomington.

Sie promovierte an der Karl-Franzens-Universität mit der Dissertation „Neue Intermediäre im Umsatzsteuerrecht am Beispiel von Dienstleistungen in der Plattformökonomie“.

Neben ihrer beruflichen und akademischen Karriere engagiert sich Lily T. Zechner auch ehrenamtlich. Ihre vielseitigen Interessen spiegeln sich auch in ihren Hobbys wider, darunter Laufen, Tennis, Schifahren, Yoga, Ultimate Frisbee, Singen, Klavierspielen und Reisen.

Übrigens: Lotteriegewinne, Gewinne aus Preisausschreiben, aber auch wissenschaftliche Preise müssen nicht versteuert werden. So dürfen wir nun frohgemut den Josef-Krainer-Preis überreichen.

Wir kommen nun zur Überreichung der Josef-Krainer-Würdigungspreise

Priv.-Doz. Dr. iur. Elke Heinrich-Pendl

Elke Heinrich-Pendl begann ihre Karriere mit dem Diplomstudium der Rechtswissenschaften in Graz. Ihre Arbeit „Haftung bei alternativer Kausalität mit Zufall – Arzthaftung bei unaufklärbarem Kausalverlauf“ wurde als Monografie veröffentlicht. Dann promovierte sie mit der Dissertation „Bonitätsprüfung im Verbraucherkreditrecht – Kreditwürdigkeit, Warnpflicht und Sanktionen bei Pflichtverletzung im österreichischen und deutschen Recht“, die vielfach ausgezeichnet wurde.

Unsere Preisträgerin wirkte am European Centre of Tort and Insurance Law. Gleichzeitig war sie Universitätsassistentin am Grazer Institut für Zivilrecht, Ausländisches und Internationales Privatrecht bei Prof. Peter Bydlinski.

Sie lehrte auch an der Bucerius Law School in Hamburg – wo sie die Lehrbefugnis für Bürgerliches Recht, Gesellschaftsrecht, Bankrecht und Rechtsvergleichung erhielt.

Sie ist Mitglied zahlreicher juristischer Vereinigungen. Für Professuren im Zivilrecht erreichte sie bereits achtbare Listenplätze im In- und Ausland.

Trotz ihres beruflichen Wegs nach Deutschland hofft sie auf eine Zukunft näher Richtung Heimat. In ihrer freien Zeit genießt sie ausgedehnte Spaziergänge mit ihrem Mann Matthias und Hund Bruno in der (Südost-)Steiermark. Auch im Reitstall sowie bei einem guten Glas steirischen Wein verbringt sie gerne ihre Zeit.

Von ihren Auszeichnungen ist besonders eine Würdigung aus 2015 zu nennen: Da hat sie den Josef-Krainer-Förderungspreis erhalten, nun dürfen wir den Würdigungspreis hinzufügen.

Mag. Dr. techn. Martin Holler

Unser Preisträger ist Associate Professor bzw Leiter der Forschungsgruppe Mathematics of Data Science an der Grazer Universität. Seine akademische Laufbahn begann der gebürtige Weststeirer mit dem Diplomstudium in Mathematik, gefolgt vom Doktoratsstudium. 2023 erlangte er die Habilitation in Mathematik. Seine beruflichen Stationen waren zuvor die Universität Münster, die École Polytechnique in Paris, sowie die University of Cambridge.

Er entwickelte eine komplexe mathematische Methode, um aus unvollständigen Bilddaten realistische Bilder mit hoher Schärfe rekonstruieren zu können.

Seine Habilitationsthese trägt den Titel „Non-smooth model-based regularization for inverse problems in imaging“. Sein wissenschaftlicher Weg führte ihn unter anderem an die University of Twente (NL), die Technical University of Denmark und das Weierstrass Institut in Berlin. Mit zahlreichen Auszeichnungen, darunter die Verleihung eines sub-auspiciis Doktorats durch den Bundespräsidenten und dem Erwin Schrödinger Fellowships, hat sich Herr Holler als ein führender Forscher etabliert.

Unser Preisträger engagiert sich auch intensiv in der wissenschaftlichen Administration. Er leitet den Curricula-Ausschuss für Mathematik und koordiniert die Entwicklung neuer Masterprogramme.

Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Er ist kein weltfremder Wissenschaftler. Vor der Geburt der Kinder war er oft mit dem Motorrad unterwegs und sowohl Schraubenschlüssel als auch Kochlöffel sind ihm nicht fremd. Dem im wahrsten Sinne ausgezeichneten Forscher – dürfen wir heute den Josef-Krainer-Würdigungspreis hinzufügen.

Priv.-Doz. Nicole Gabriele Sommer-Jammernegg, PhD

Unsere Preisträgerin maturierte am Kepler-Bundesrealgymnasium in Graz. Es folgte das Diplomstudium der Medizin, doch sie wechselte später zu den Naturwissenschaften. Sie absolvierte das Bachelorstudium in Molekularer Mikrobiologie an der Karl-Franzens- Universität, gefolgt vom Masterstudium in Biochemie und molekularer Biomedizin.

Es folgte das PhD-Programm „Endokrinologie und Stoffwechsel“ an der Medizinischen Universität Wien. Dann setzte sie ihre Forschung als Post-doc in Graz an der Univ.-Klinik für Orthopädie und Traumatologie, fort. Hier leitete sie das Projekt „Resorbierbare Magnesium- Implantate im osteoporotischen Knochen.“ das Professorin Annelie-Martina Weinberg betreute.

Ihre Forschung erstreckte sich auch über nationale und internationale Kooperationen, darun- ter mit renommierten Institutionen wie der ETH Zürich, der Helmholtz-Gesellschaft Geest- hacht hereon GmbH, der Universität Giessen und anderen.

Die herausragende wissenschaftliche Arbeit unserer Preisträgerin zeigt sich nicht nur in ihrer langen Publikationsliste, sondern auch in zahlreichen Preisen und Auszeichnungen.

Neben der Wissenschaft engagiert sich Frau Sommer-Jammernegg auch in verschiedenen Hobbies, darunter Tennis, Kochen, Backen sowie Spazieren und Wandern.

Von der heutigen kleinen Stadtwanderung in die Grazer Burg wird sie den Josef-Krainer- Würdigungspreis mitbringen. Wir gratulieren herzlich!

Assoc.Prof. Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. techn. Vanja Subotic

Unsere Preisträgerin stammt aus Bosnien und Herzegowina.

Ihre Studien absolvierte sie an der Technischen Hochschule in Graz, wo sie den Master in Elektrotechnik, den Doktor der technischen Wissenschaften und schließlich die Habilitation. Sie sucht erfolgreich nach der Brennstoffzelle der Zukunft und hat am Gebiet Thermal Engineering mit Schwerpunkt auf Elektrolyse und Brennstoffzellen bereits internationalen Ruf erlangt. Wenn es gelingt, die Alterung von Brennstoffzellen zu verzögern und die Leistung konstant hochzuhalten, könnte man Hochtemperatur-Brennstoffzellen serienreif machen und einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten. Diese Technologie ist sehr effizient, lässt sich mit             erneuerbaren     Energien         koppeln          und   eignet               sich            hervorragend     für         die umweltfreundliche Strom- und Wärmeversorgung von Gebäuden.

Unsere Preisträgerin bekleidet verschiedene Positionen an der Technischen Universität Graz, nun sie hier als Associate Professor tätig. Ferner sammelte sie internationale Erfahrung durch Gastprofessuren in Japan und der Schweiz.

Ihre Forschungsergebnisse wurden in über 70 Fachpublikationen und auf internationalen Konferenzen präsentiert. Die Auswahl ihrer Publikationen beinhaltet Themen wie Zustandsdiagnostik von Festoxidbrennstoffzellen, künstliche Intelligenz für die Vorhersage und Optimierung von Brennstoffzellenleistungen sowie Untersuchungen zur Sauerstoffelektrodenprozessen während der Festoxidelektrolyse.

Für ihre herausragende Forschungen, die dem Klimaschutz zu Gute kommen, erhielt sie bereits zahlreiche Preise, darunter auch den Josef-Krainer-Förderungspreis – das war im Jahr 2019. Nun dürfen wir den Josef-Krainer-Würdigungspreis überreichen.

Großer Preis

Prof. Mag. Erwin Wurm

Man kann es kaum glauben: Die Bildhauerei war für Erwin Wurm erst Liebe auf den zweiten Blick. Er wollte eigentlich Maler werden. Für ihn waren Skulpturen etwas, wo Tauben draufsitzen und draufkacken. Doch die Aufnahme in die Malereiklasse der Akademie klappte nicht – er wurde der Skulpturenklasse zugewiesen.

Heute kann man resümieren: Das war eine gute Entscheidung. Erwin Wurm, geboren 1954 in Bruck an der Mur, wurde zum international am meisten beachteten und erfolgreichen österreichischen Künstler, der durch seine unkonventionellen Darstellungen des täglichen Lebens und seinen humorvollen Ansatz des Formalismus-Stils bekannt ist. Nach Studium der Kunstgeschichte und Germanistik in Graz, dem Studium an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien und an der Akademie der bildenden Künste machte er sich einen Namen durch beeindruckende Skulpturen, bei denen er Alltagsgegenstände verwendete.

In den späten 1980er Jahren begann Wurm, an seinen sogenannten One Minute Sculptures zu arbeiten. Diese entstehen spontan und zeigen Personen in seltsamen und fast unnatürlichen Posen. Erwin Wurm lädt auch Menschen dazu ein, selbst Kunstwerk zu werden. Diese Einladung brachte ein weltweites Echo. Man verharrt eine Minute in einer schwierigen oder lustigen Pose und wird dabei zur Skulptur. Diese wird als Fotografie oder Film dokumentierbar, damit wird auch die zeitliche Dimension ein Definitionsmoment der Skulptur. Dabei nehmen Humor und Absurdität einen wichtigen Platz ein. Hier verschwimmen Grenzen zwischen Kunst und Nichtkunst. Wurms Königsidee der temporären Skulpturen animierte auch zur Bildsprache im Red Hot Chili Pepper Video „Can’t Stop“.

Ein herausragendes Beispiel seiner Werke ist der „Truck“, ein Lkw, der in gebogener Form an einem Gebäude befestigt ist, sowie sein „House“, ein kleines Haus, das die Definition der Platzangst verkörpert. Seine fetten Häuser und fetten Autos können als Kritik an der Konsumgesellschaft verstanden werden. Wurms Werke schaffen eine eigene Welt, die zum Nachdenken anregt. Jedes Kunstwerk wird erst durch eigene Wahrnehmung und Fantasie vollendet. Der Künstler zielt darauf ab, dass Betrachter sich mit den Skulpturen näher auseinandersetzen und die wahre Bedeutung dahinter erkennen, im Sinne von PAUL Klee; der einmal meinte: Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern Kunst macht sichtbar.

Der Künstler lebt und arbeitet in seiner Schlossanlage in Limberg, Niederösterreich, in Wien und New York. Sein Lebenswerk ist weltweit in etwa 100 Museen und Galerien zu bewundern. Dazu müssen Sie gar nicht ins Ausland fliegen, besuchen Sie einfach den Skulpturenpark im Süden von Graz, er hat in zwei Tagen wieder Saisoneröffnung.

Mit der Überreichung des Großen Josef-Krainer-Preises wollen wir zu Ausdruck bringen, dass Sie nicht nur in der weiten Welt, sondern auch in ihrem Herkunftsland Steiermark überaus geschätzt werden.